Carrom

 

Vor ca. 100 Jahren (oder mehr) kam Billiard durch die Engländer nach Indien.  Die Inder hatten nicht genug Geld, um Billiard zu spielen. Es wurde eine eigene Art des Spiels in Form des "Fingerbilliards" Carrom erfunden. Heute ist es dort ein Volkssport. In Deutschland ist dieses Spiel weniger bekannt, aber es gibt  immerhin den Deutschen Carrom Verband. Einige Links gibt es auf der rechten Seite. Links zu Vereinen, Terminen und Treffpunkten gibt es unter carrom.de. 

Die ultimative Anleitung findet ihr auf der Seite von Markus Sticker carrombasics.com. Wer ein Brett kaufen möchte, schaut sich die Links auf carrom.de an oder verwendet Google. Man findet Hersteller wie Surco, Karum und andere. In Deutschland gibt es immer mal wieder einen Turnier-Brett-Hersteller und mal wieder nicht.  Wer nichts passendes findet baut sich ein Brett selbst. Genau dafür ist diese Seite hier gedacht. Da ich seit Jahren kaum noch Spiele, kann ich leider keine weiteren Informationen zum Thema Carrom geben.

Carrom-Eigenbau


Ja, kann man Carrom-Bretter selbst bauen. Ich habe ca. 10 Bretter in der Zeit von 1989 bis 2003 gebaut. Ich habe mit Holzbanden angefangen und habe die Banden dann aus Marmor und später aus schwarzem, poliertem Granit machen lassen. Die Regel sagt, dass ein mit voller Kraft geschossener Striker 3x zwischen den Banden dotzen soll. Bei meinen Brettern kam ich auf 23x. Das klingt erst mal aufregend, ist es aber nicht, denn der Zufall übernimmt die Regie im Spiel, kontrollierte Schüsse sind kaum möglich.Dann habe ich zwei Holzbretter gebaut, eins davon ist in der Abbildung zu sehen.   

Bauanleitung:

  • Die Platte aus 12-32 mm Multiplex (z. B. Buche) im Baumarkt auf 84x84 cm schneiden lassen. Die teure und bessere Alternative ist eine 19 mm MDF-Platte von beiden Seiten mit z.B. Ahorn furniert. Multiplex ist nicht besonders eben. Man kann auch eine Pressspanplatte mit Plastik-Furnier nehmen, das sieht aber nicht gut aus.
  • Die Platte mit Porenfüller streichen und mit 240er Papier schleifen. Bei Bedarf wiederholen.
  • Mit Bleistift die Ränder der Spielfläche 74x74 cm aufbringen.
  • Es gibt ein paar Vorgaben für die Zeichnungen und Maße auf der Platte, die ihr in den Carrom-Regeln auf den oben genannten Web-Seiten nachlesen könnt. Für das Muster des Innenkreises habe ich mich an Mandala-Motiven orientiert. Alle Rundungen sind mit dem Zirkel gemalt. Ich habe von innen nach aussen gearbeitet. Es gibt Stifte zum Beschreiben von CDs mit lichtechten Pigmenten. Die eigenen sich prima zum Aufbringen der Zeichnung auf die Platte. Andere Farben verbleichen. Bei den ersten Brettern ist durch die Lackierung die Farbe völlig ausgebleicht. Die Einstiche des Zirkels kann man vermeiden, wenn man ein Plexiglasplättchen mit doppelseitigem Klebeband an der gewünschten Einstichstelle fixiert und da hinein sticht. 
  • Die Platte lackieren. Vorsicht, nicht pinseln. Auf jeden Fall sprühen! Erst hauchdünn, trocknen lassen, hauchdünn, dann trocknen lassen,...... und schließlich zweimal dick lackieren, so dass der Lack richtig verläuft und die Holzunebenheiten ausgleicht. Der beste Lack ist Zweikomponenten-Autolack. Der ist steinhart, verbleicht nicht und hält ewig. Bootslack oder Felgenlack geht auch. Die sind aber weicher und das Brett ist dann empfindlicher. Tipp: Lasst euch die Platte in der kleinen Auto-Werkstatt nebenan lackieren. Die haben den guten Lack immer da. Der DCV empfiehlt eine offene Lackierung, ich bevorzuge die oben genannte, da es ordentlich schnell ist und keine Abnutzung zeigt. Lediglich das Pulver rutscht etwas schneller an den Rand.
  • Das Brett mit 240er Schleifpapier nass schleifen, bis keine Unebenheiten mehr auf dem Brett sind, dann mit 1000er Papier nass polieren. Vorsicht, dass am Rand nichts wegen der Feuchtigkeit quillt.
  • 4 Bretter aus parkettverleimtem Buchenholz 9 x 1,8 x 69,3 cm schneiden lassen. Diese Bretter gehen bis zur Lochmitte. Die runden Ecken werden anders gemacht. Aber wie?
  • Einsätze finde ich nicht gut. Man nimmt ein Brett und zeichnet vier Quadrate auf. Wegen der Schnittkanten Abstand zwischen den Quadraten lassen (3 cm), aber alle auf einer Höhe. Dann mit einem Forstner-Bohrer 4,5 cm Löcher in die Ecken bohren. Die Quadrate mit den fehlenden Ecken ausschneiden.  Schaut euch einfach das Bild unten an.
  • Die Teile verleimen, so dass es einen Rahmen gibt (mit Winkeln und Spanngurten). An die Ränder unten Buche-Leisten kleben, um die Plattenkante zu verdecken. Das dann alles schleifen und lackieren bzw. lasieren.
  • Den Rahmen an die Platte anpassen und von unten verschrauben. Die Ecklöcher mit dem Forstner-Bohrer anzeichnen, Rahmen abbauen und Löcher bohren. Ab der Lochmitte Löcher bis zur Ecke ausschneiden.
  • Den Rahmen anschrauben. Zwischen Rahmen und Platte irgendeinen 1 mm Kunststoffstreifen legen. Das erhöht die Bande, damit das Pulver unter die Bande rutschen kann, und es wird das Bandengeräusch wesentlich leiser. Das Abrunden der Bande, um das Pulver aufzunehmen, ist übrigens patentiert. Deswegen einfach hoch setzen. 
  • Taschen basteln und anbringen
  •  Holzklötzchen mit Gewinde (gibt es im Baumarkt) unten an die Platte kleben und dazu passende Buche-Schraubbeine kaufen.
  • In die Füße Gewinde basteln, um Schraubfüße einzusetzen.
  • ·Fertig! Wer das mit den Ecken und Banden nicht versteht, der kann mir eine Email schicken.
  • ·Viel Spaß beim Carrom-Spielen.


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